Ich bin nicht monogam

Das wird mir jetzt immer klarer. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass ich jemals wieder beschliessen werde, monogam zu leben.

Mit meinem Lover Nr. 1 läuft es bestens. Unsere Beziehung ist sehr körperlich, aber das ist genau das was ich gesucht habe. Am Wochenende verbrachte ich einen Abend mit Lover Nr. 2, wir hatten uns schon einmal getroffen. Dieses Mal hatten wir das erste Mal Sex, und es war ein wirklich guter Beginn. Das Schöne an ihm ist, dass er single ist, er wird also mehr Zeit für mich haben. Ich denke wir können eine entspannte, humorvolle und erotische Freundschaft aufbauen, darauf freu ich mich schon.

Nicht dass es immer so gut läuft. Hatte kürzlich ein ONS, das nicht so berauschend war. Es ist nichts Schlimmes passiert, aber als wir auseinandergingen haben wir wohl beide gewußt dass wir in sexueller Hinsicht nicht harmonieren. Doch das ist ok so, das ist das Ausschlußverfahren.

Ich habe mit beiden nicht wirklich eine feste Bindung, doch ich bin schon ein Beziehungsmensch, und langfristig werde ich möglicherweise auch wieder entsprechende Beziehungen eingehen. Wie es sich ergibt. Jedenfalls ohne Besitzanspruch, doch mit Freundschaft, Sympathie und vielleicht auch Liebe. Und trotzdem nicht zwangsweise auf einen Mann beschränkt. Ich bin fähig, mehrere Menschen zu lieben, und im übrigen glaube ich, dass die meisten Menschen, vorausgesetzt sie können überhaupt lieben, diese Fähigkeit besitzen.

Die Zukunft für mich lautet: Offene Beziehungen, Polyamorie, wie auch immer man es nennen mag.

Ver-liebt

Was heisst das eigentlich?

Vor kurzem las ich einen Artikel, in dem es darum ging, dass jemand wieder dieses Gefühl des Verliebtseins erleben möchte: Von jemandem so fasziniert sein, dass man sich nicht wiedererkennt …

Während ich mir momentan gar nicht vorstellen kann, mich in jemanden zu verlieben. Denn ich wüßte echt nicht, wie derjenige sein sollte, damit ich so starke Gefühle entwickeln kann. Und selbst wenn – ich würde diese Emotionen hinterfragen, denn ich bin der Meinung, dass sie nur auf sexueller Anziehung beruhen. Natürlich basierend darauf, dass man auch einen geistigen Gleichklang erlebt.

Und alles nur deshalb, weil es neu und fremd ist – sobald die Vertrautheit da ist, schwindet auch die Verliebtheit … und wenn ich das nun alles weiß, wie könnte ich mich da noch verlieben? Es bedeutet doch nichts, ausser dass es schöne Gefühle sind. Übrigens fand ich verliebt sein in der Vergangenheit auch recht anstrengend, nicht nur schön.

Was auch traurig ist: Es funktioniert ja nur deswegen, weil man dieser einen Person plötzlich so viel Bedeutung beimißt. Dabei gibt es so viele tolle, aufregende Menschen, die einen inspirieren können.

Gibt es denn keinen anderen Weg als die Suche nach jemandem, der meine Bedürfnisse befriedigt? Die eine Person im gesamten Universum, von der ich mir mein Lebensglück erhoffe? Wenn jemand diese Erwartungen an mich hätte, würde ich sofort die Flucht ergreifen.

Nichtsdestotrotz – neue Begegnungen können faszinierend, aufregend und bereichernd sein. Für beide Seiten. Umso mehr, wenn sie mit Offenheit und Respekt geschehen. Dann entstehen vielleicht Gefühle, die über dieses eindimensionale “Verliebtsein”, das sowieso ein Ablaufdatum hat, hinausgehen. Wär doch schön.

Die Lebenslüge Liebe

Immer wieder stolpere ich über das gleiche Thema: Beziehungsprobleme.

Ich hab derzeit keine, da ich keine Beziehung habe, zumindest nicht im klassischen Sinn. Ich treffe Männer, um mit ihnen Sex zu haben, wobei es mir aber sehr wichtig ist, mit meinen Liebhabern eine freundschaftliche und vor allem offene und ehrliche Beziehung zu führen. Wie sich eine solche Beziehung nennt, weiß ich nicht. Vielleicht würden manche sagen, es ist eine offene Beziehung, eine Affäre, eine erotische Freundschaft, was auch immer.

Was mir völlig unverständlich ist – seit ich angefangen habe, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, fällt mir auf wie schwer es ist, vorgelebte “alternative Beziehungsmodelle” zu finden. Es gibt keine Bezeichnungen dafür, es ist eben “nicht die Norm”, also irgendwie abnormal. Warum ist es aber abnormal, wenn sich eine Frau entscheidet, mit mehreren Männern oder vielleicht auch Frauen eine tiefe, ernsthafte Beziehung zu haben? Es geht dabei nicht nur um Erotik, sondern auch um eine Seelenverwandtschaft. Liebe muß doch nicht auf eine Person beschränkt sein – das ist eigentlich sogar absurd. Eltern können doch auch mehrere Kinder lieben, und lieben sie deshalb das einzelne Kind weniger?

Die psychologische Begründung wäre interessant, warum sich in unserer Gesellschaft das konventionelle Mann-Frau Partnerschaftsmodell durchgesetzt hat, und warum alle noch immer danach leben. Obwohl die meisten damit nicht gut zurechtkommen. Es ist wohl einfach deshalb, weil die meisten ungefragt übernehmen, womit sie aufgewachsen sind.

Um es deutlich zu machen: Ich finde, Frauen und Männer sollten lernen, Sex und Liebe zu trennen. Sie sollten ihre erotischen Bedürfnisse ausleben können, aber verantwortungsvoll damit umgehen. Und die seelisch-emotionale Seite der Beziehung zu einem Partner, egal ob Mann oder Frau, sollte getrennt davon sein. Es sollte Offenheit und Ehrlichkeit möglich sein, sodass es nicht nötig ist, jemandem etwas vorzumachen. Von vornherein.

Liebe bedeutet, dass man einem Menschen wünscht, dass es ihm gut geht. Mit oder ohne einem selbst. Die gemeinsame Zeit, wenn auf Vertrauen und Zuneigung basierend, ist ein Geschenk. Die meisten denken aber, dass sie darauf Anspruch haben, und fordern und erwarten von ihren Partnern, dass sie ihnen das Glück schenken, das sie sich selbst nicht schaffen können. 

Das ist eine der größten Lebenslügen, mit der sich die meisten Menschen gegenseitig unglücklich machen. Sie scheinen es nicht besser zu wissen. Traurig.

Blind Date

Eigentlich hatte ich ja beschlossen, mich auf keine Blind Dates einzulassen. Meine Zeit ist mir zu kostbar dafür. Allerdings meldeten sich kürzlich auf mein Online-Inserat zwei Männer, die beide interessant klangen, aber mir kein Foto schicken wollten.

Dachte mir also, ok, ich probier das mal aus und lass mich auf die Situation ein, wenn mir was nicht passt kann ich ja jederzeit gehen.
Das Treffen mit dem ersten fand heut nachmittag statt. Unser E-mail Verkehr war sehr anregend, er ist ein niveauvoller, gebildeter Mann der sich gut ausdrücken kann, und das war mir alles sehr sympathisch – und machte mich neugierig. Und ich wurde nicht enttäuscht – wir verbrachten zwei anregende, interessante Stunden in einem Kaffeehaus und werden uns bald wiedersehn. Ich bin schon ausgesprochen gespannt, wie sich das entwickeln wird, er scheint genau die Eigenschaften zu besitzen, die mich an einem Mann anziehen: Sensibilität, Intellekt, Offenheit und tolle blaue Augen :-)

Eine Stunde später traf ich den nächsten. Der Mail-Austausch mit ihm war für mich nicht ganz so prickelnd verlaufen, und ich hätte fast schon abgesagt. Mein Bauchgefühl hatte sich bestätigt: Er ist nicht mein Typ. Ich sagte ihm das auch gleich, nach den ersten 10 Sekunden, aber wir gingen dann trotzdem noch kurz was trinken und plauderten ein bißchen. Die Situation war ok für mich, ich bin lieber offen und ehrlich, und er trug es mit Fassung. Was er wirklich dachte, weiß ich ja nicht ;-)

Jetzt werde ich es für eine Weile gut sein lassen und mich auf die Kontakte konzentrieren, die ich schon hergestellt habe, diese Männer besser kennenlernen, und ich hoffe, dass mein Pool an Lovern dann komplett ist. Es ist auch anstrengend, sich dauernd mit jemand Neuem auseinandersetzen zu müssen, jetzt möchte ich Freundschaften aufbauen. Wow, ich hab echt Glück.

Übrigens finde ich Blind Dates jetzt lustig. Hat was.

So fremd und doch so nah

Fremdheit wird aufgehoben in dem Moment, in dem man anfängt sich körperlich zu berühren. Wie ist das möglich, von einem Augenblick auf den anderen? Ich lerne einen Mann kennen, wir plaudern ein bißchen, sehen uns in die Augen – unsere Blicke verweilen eine Spur zu lange ineinander, und das ist das Signal. Die erotische Spannung fängt an, sich aufzubauen. Bald folgt ein Kuß, ganz zart, dann bestimmter, forschender, fordernd. Und an diesem Punkt stellen wir fest, ob unsere Körper die gleiche Sprache sprechen. Ob ich den Geruch dieses Mannes lieben lernen werde.

Was passiert da? Wie kann man einem Fremden plötzlich so nahe kommen? Vielleicht gibt es eine psychologische Erklärung dafür, aber ich gebe mich damit zufrieden, es zu geniessen und gierig aufzunehmen, seine Zuwendung und Aufmerksamkeit, seine Kraft, seine Energie.

Viel geredet muß nicht werden. Es geht um Verständigung auf einer anderen Ebene.
Trotzdem ziehe ich es vor, meine Liebhaber zu kennen bzw. kennenzulernen, da mit Vertrauen eine tiefere und innigere Sexualität möglich wird.

Noch suche ich weiter. Mit T. bin ich glücklich, aber es reicht mir nicht. Ich bin unersättlich und möchte mehr.

Schlampe?

Der Mann der sich gestern von mir trennte hielt mich für eine Schlampe. Er hat es zwar nicht so direkt gesagt, aber er dachte es.

Es berührt mich nicht wirklich, aber ich denke zum ersten Mal darüber nach welche Meinung andere von meinem neuen Lebensstil haben. Und wahrscheinlich werde ich noch öfters Menschen begegnen, die mich ebenso beurteilen wie er. Ein promiskuitive Frau. 

Nun, ich selbst weiß dass ich keine Schlampe bin, bzw. was ist überhaupt eine Schlampe? Wenn es eine Frau ist, die Spass an ihrer Lust hat, dann bin ich vielleicht eine. Aber ich weiß, dass ich Niveau hab. Nach aussen sieht es vielleicht anders aus, aber das ist für mich nicht relevant. Mir sind die Menschen in meiner Umgebung wichtig, und selbst die müssen mit meinem Lebensstil zurechtkommen.

Mir geht es gut dabei. Das ist meine Priorität. Ich bin meine Priorität.

Sie kommen und gehen

Ein seltsames Wochenende liegt hinter mir. Einen Mann verloren, einen neuen möglicherweise gefunden.

Der 25jährige Student besuchte mich am Sonntag. Wir hatten uns länger nicht gesehen und landeten gleich im Bett. Ich war bestens gelaunt und erzählte ihm ziemlich unbedarft von meiner nächsten Verabredung, wobei er von Anfang an gewußt hat, dass ich mich mit anderen Männern treffe. Er reagierte diesmal aber sehr ablehnend darauf und meinte, dass ein dritter Mann zu viel sei und er gesundheitliche Bedenken hätte. Kurzum, er will mich nicht mehr treffen. Natürlich steht es ihm frei, sich so zu entscheiden, doch die Art und Weise wie er es sagte fand ich nicht schön, und wir gerieten fast aneinander. Grad noch schafften wir einen halbwegs zivilisierten Abschied.

Ihn hatte ich auf herkömmliche Art kennengelernt, bei einem Gespräch im Zug. Und immer mehr lerne ich zu schätzen, wie unkompliziert man sich im Internet kennenlernen kann. Man kann von vornherein völlig anonym alle seine Bedürfnisse und Wünsche darstellen, und es wird sich jemand melden der dazu paßt. Es ist genial. Beim “normalen” Kennenlern-Prozess sucht man sich jemanden aus, der einem äußerlich sympathisch ist, und dann muß man erst abchecken ob alles andere auch paßt. Wie im obigen Fall hab ich es schon zu oft erlebt – es gibt Mißverständnisse und falsche Erwartungen. Darauf hab ich keinen Bock mehr.

Diese Erfahrung ist abgehakt. Keine 25jährigen türkischstämmigen Studenten mehr ;-)

Der Abend gestaltete sich dafür umso angenehmer, mit einer Internet-Bekanntschaft. Einen angenehmen, gepflegten, sensiblen Mann mit Niveau durfte ich kennenlernen, und die freudige Überraschung war, dass offensichtlich die Chemie zwischen uns stimmt. Wir waren nur etwas trinken und küßten uns, und der Kuß war fantastisch. Ich bin sehr gespannt auf unser nächstes Treffen … ich liebe Begegnungen mit Menschen, mit denen man auf einer Ebene ist. Bei ihm spüre ich, dass wir die gleiche Sinnlichkeit und Sensibilität besitzen, und ich hoffe dass wir wunderschöne, intensive Momente miteinander erleben können.

Wenn ich mit ihm einen zweiten tollen Liebhaber gefunden habe, so tendiere ich dazu, meine Suche vorerst einzustellen und mich darauf zu konzentrieren, die beiden besser kennenzulernen, Vertrauen und Freundschaft aufzubauen. Denn nur so kann ich die Zeit mit ihnen auf Dauer wirklich geniessen. Eigentlich wünsche ich mir eine Dreier-Beziehung, in der sich auch die beiden Männer wirklich gut verstehen, aber davon bin ich noch weit entfernt. Doch Träume können auch wahr werden …

Partnerschaft und Freiheit

Egal wohin ich schaue, im Fernsehen, in Zeitschriften, Magazinen, alle Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, auch wenn sie Künstler sind und ein unkonventionelles Leben führen – wenn sie mit jemandem zusammen sind, so ist es nur 1 Person, also sie sind ein Paar. Und das ist etwas, das ich zur Zeit schwer verstehen kann – dass niemand dieses Modell hinterfragt und möglicherweise einen anderen Weg geht.

Scheinbar stehe ich mit meiner Ansicht ziemlich alleine da. Ich schliesse allerdings nicht aus, dass ich eines Tages draufkomme, dass es doch so besser funktioniert (wenn ich nur mit 1 Mann zusammen bin). Ein wesentlicher Punkt ist sicher, dass ich keine Kinder habe. Aber selbst in diesem Fall würde ich weiter auf meine Bedürfnisse achten und diese auch ausleben, denn eine unzufriedene Mutter macht Kinder auch nicht glücklich.

Es ist ja nicht so dass ich die Erfahrung einer “klassischen” Partnerschaft nicht kenne. 10 Jahre war ich mit einem Mann zusammen. Ich hatte in der Zeit eine Affäre, die ca. 9 Monate dauerte, ansonsten war ich ihm treu. Körperlich. Aber die ganze Zeit war es für mich schwer mich damit abzufinden, dass ich für den Rest meines Lebens keinen Sex mehr mit jemand anders haben sollte.

Nun, jetzt mache ich den Versuch, meine Bedürfnisse komplett auszuleben. Ob mich das auf Dauer glücklich macht, weiß ich jetzt noch nicht. Aber zumindest habe ich mir nicht vorzuwerfen, dass ich es nicht probiert habe.

Die Männer, mit denen ich mich treffe, sagen mir, dass es sehr wenige Frauen gibt, die den Mut haben so zu ihren Bedürfnissen so zu stehen wie ich. Leider scheinen sie recht zu haben. Auch ich lerne jetzt gerade, in sexueller Hinsicht mir wirklich zu nehmen was ich will und meine eigene Befriedigung an erste Stelle zu stellen. Das konnte ich früher nicht, weil ich dachte das kommt nicht gut an. Paradoxerweise passiert gerade das Gegenteil – ich erlebe dass sehr viele Männer nichts mehr WOLLEN als eine Frau, die weiss und sagt was sie will und ihre Lust geniesst.

Es ist sehr spannend für mich, das zu erleben. Natürlich sind bei meinen Anschauungen partnerschaftliche und sexuelle Aspekte miteinander verwoben, aber es ist ja das Ziel meines Experiments, hier mehr Klarheit für mich zu finden.

Übrigens hab ich mein Date am Donnerstag abgesagt. Der Mann, den ich treffen sollte, sagte mich doch nicht so zu, und er meldete sich auch nicht mehr bei mir. Also geh ich weiter. Morgen besucht mich ein 25jähriger Student, den ich kürzlich auf einer Zugfahrt kennengelernt habe. Er hatte schon öfters Verhältnisse mit Frauen die wesentlich älter sind als er. Wir haben bereits ein Wochenende miteinander verbracht. Er ist süß und sexy, aber natürlich unerfahren. Der Sex mit ihm ist lang nicht so befriedigend wie mit einem erfahrenen Mann, aber nachdem wir uns sehr gut verstehen ist das ok, und ich kann ihm einiges beibringen.
Am Abend lerne ich jemanden kennen, den ich noch nicht persönlich getroffen habe. Bin gespannt.

 

Sehnsucht

Den Abend gestern verbrachte ich mit meinem Haupt-Liebhaber, nennen wir ihn T. Wir haben uns vor 2 Monaten auf einer Internet-Plattform für erotische Kontakte kennengelernt. Ihn habe ich ausgewählt, weil er sich schriftlich gut ausdrücken konnte und Niveau hatte sowie mir auch optisch gefiel.

Also begannen wir, miteinander Sex zu haben, und es war von Anfang an toll, und wird immer besser. Unsere Körpersprache ist auf einer Ebene … Gestern war es ein unglaublich intensives Erlebnis, und ich habe gemerkt, dass ich anfange, Gefühle für ihn zu entwickeln. Und so ertappte ich mich heute einige Mal dabei, mich nach ihm zu sehnen. Das wirft für mich die Frage auf: Ist es das, wie Liebe entsteht bzw. aufrecht erhalten wird? Durch großartigen Sex? Denn ich fand ihn vorher natürlich schon interessant und sympathisch, sonst wär ich niemals mit ihm ins Bett gegangen. Aber verliebt war ich nicht. Obwohl, ich bin jetzt auch nicht verliebt in T. Höchstens ein bißchen :-) Wow, er ist schon ein toller Mann, und er versteht es wirklich, mich zu befriedigen.

Wenn ich jetzt nur ihn hätte (er ist übrigens gebunden), so würden sich meine Gedanken nur mehr um ihn drehen, und meine Sehnsucht würde immer größer werden. Aber ich weiß, dass ich schon morgen einen anderen Mann treffen werde. Was da passieren wird, weiß ich allerdings noch nicht, denn wir treffen uns erst zum zweiten Mal, und es ist noch nichts zwischen uns gelaufen. Wie auch immer, meine Energien konzentrieren sich jetzt schon wieder auf jemand anders, und das lenkt mich von meiner Sehnsucht nach T. ab.

Was ist aber, wenn meine Gefühle für T. stärker werden? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, denn wir stehen erst am Anfang, und unsere Beziehung ist vertrauter und näher geworden. Wir werden auf jeden Fall Freunde, und als Freund werde ich ihn wohl irgendwann lieben.
Wenn ich mich tatsächlich in ihn verlieben sollte, müsste ich im klassischen Sinn ihn dann ja für mich allein haben wollen. Das kommt aber für mich rein intellektuell und auch von meiner inneren Überzeugung her nicht in Frage, da Liebe für mich bedeutet, einem Menschen das Allerbeste zu wünschen. Und wenn T. durch meine “Liebe” eine Verschlechterung seiner Lebensumstände erfährt, nämlich dass er plötzlich mir zuliebe auf vieles verzichten soll, dann ist das nur Egoismus und Besitzdenken. Abgesehen davon kann ich mir genauso wenig vorstellen, dass ich mich auf ihn beschränken möchte…

Ob ich weiterhin so leben kann, weiß ich jetzt noch nicht. Ich möchte jeden Augenblick mit ihm geniessen und lasse es auf mich zukommen. Es ist doch ein Geschenk und absolut wundervoll, einen Menschen zu finden, mit dem man wunderschöne, aufregende und intensive Momente erleben kann, voller starker Emotionen, voller Leben.
Und mehr will ich nicht von ihm.

Der Beginn

Nach einer Zeit der Veränderungen befinde ich mich nun in einer Phase des Suchens, und ich habe beschlossen, diese Zeit zu dokumentieren. So entstand dieser Blog.

Das Thema ist die “Liebe” bzw. die Suche danach. Denn das, was ich erlebt habe, lässt mich daran zweifeln, nicht ob es Liebe gibt, davon bin ich überzeugt, sondern was Liebe eigentlich ist? Ich meine jetzt die Liebe zwischen Mann und Frau. Ist es die platonische Liebe, oder die körperliche Anziehung, oder beides? Kann man mehr als einen Menschen lieben? Geht es in Wirklichkeit eigentlich nur um Sex? Und viele weitere Fragen.

Ich für mich habe jedenfalls beschlossen, es für mich selbst rauszufinden und nicht einfach das zu machen, was alle rundherum machen und schon lange vorher getan haben – sich einen Mann zu suchen und dann versuchen, mit ihm glücklich zu werden. Derzeit glaube ich nicht, dass mich ein einziger Mann auf Dauer glücklich machen kann. Dazu liebe ich es viel zu sehr, zu flirten, zu verführen, und zu spüren dass ich begehrt werde. Davon kann ich nicht genug kriegen, und wie soll sich das mit einer Beziehung im klassischen Sinn vereinbaren lassen? Es gibt so viele tolle Männer, die ich kennenlernen und mit denen ich einzigartige Erlebnisse haben möchte.

Ich habe zur Zeit einen Liebhaber, der selbst in einer Partnerschaft ist und bei mir etwas Abwechslung sucht. Wir treffen uns ca. einmal wöchentlich. Wir verstehen uns gut, sind uns sympathisch. Aber ich bin nicht in ihn verliebt. Damit das so bleibt, treffe ich mich auch mit anderen Männern.

Wohin mich das führt, weiß ich derzeit nicht. Das empfinde ich als sehr aufregend. Ich vermisse nichts und fühle mich wohl alleine, denn ich bekomme die Zuwendung die ich brauche, und ansonsten gestalte ich mein Leben lieber alleine, ohne Partner.

Ich sehe rundherum langjährige Partnerschaften, die zerbrechen, und andere, die darin verbleiben und unglücklich und verbittert sind. Viel Ratlosigkeit und keine Lösungen. Deswegen werde ich einen anderen Weg gehen. Da ich keine Menschen kenne, die ihr Liebesleben auch so frei und unkonventionell gestalten, vor allem Frauen, schreibe ich hier meine Erfahrungen nieder.