So fremd und doch so nah

Fremdheit wird aufgehoben in dem Moment, in dem man anfängt sich körperlich zu berühren. Wie ist das möglich, von einem Augenblick auf den anderen? Ich lerne einen Mann kennen, wir plaudern ein bißchen, sehen uns in die Augen – unsere Blicke verweilen eine Spur zu lange ineinander, und das ist das Signal. Die erotische Spannung fängt an, sich aufzubauen. Bald folgt ein Kuß, ganz zart, dann bestimmter, forschender, fordernd. Und an diesem Punkt stellen wir fest, ob unsere Körper die gleiche Sprache sprechen. Ob ich den Geruch dieses Mannes lieben lernen werde.

Was passiert da? Wie kann man einem Fremden plötzlich so nahe kommen? Vielleicht gibt es eine psychologische Erklärung dafür, aber ich gebe mich damit zufrieden, es zu geniessen und gierig aufzunehmen, seine Zuwendung und Aufmerksamkeit, seine Kraft, seine Energie.

Viel geredet muß nicht werden. Es geht um Verständigung auf einer anderen Ebene.
Trotzdem ziehe ich es vor, meine Liebhaber zu kennen bzw. kennenzulernen, da mit Vertrauen eine tiefere und innigere Sexualität möglich wird.

Noch suche ich weiter. Mit T. bin ich glücklich, aber es reicht mir nicht. Ich bin unersättlich und möchte mehr.

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